The Daily Life of Kawther Salam

  ..: Beschwerde über Wiederholte Demütigungen durch das Wiener Sozialamt :..
 
May 26, 2004


An   Bürgermeister Dr. Michael Häupl
       Rathaus
       A-1082 WIEN


Betreff: Beschwerde über Wiederholte Demütigungen durch das Wiener Sozialamt in der Spetterbrückengasse


Sehr geehrter Bürgermeister Dr. Häupl,

mein Name ist Kawther, ich bin eine Palästinensische Journalistin. Im Dezember 2002 wurde mir in Österreich politisches Asyl gewährt nachdem ich von der Israelischen Besatzung aus meiner Heimat vertrieben wurde und ich nach Wien flüchtete.

Ich schreibe Ihnen, weil ich heute, dem 25. Mai, zum wiederholten Mal nicht notwendigen Demütigungen durch Beamte des Wiener Sozialamts in der Spetterbrückengasse ausgesetzt wurde. Ich schreibe mit der Bitte und Erwartung, dass Sie beim Sozialamt intervenieren und diesem Missstand ein Ende bereiten.

Obwohl ich Inhaberin eines Österreichischen Konventionspasses mit Gültigkeit bis 2.1.2008 bin, hat mich die Sachbearbeiterin im Sozialamt bei meinem heutigen Termin weggeschickt, ich solle zur “Servicestelle Asylzentrum” in der Mariannengasse gehen, die Asylwerber betreut. Diese Amtsstelle sei für meinen Fall zuständig. Die Mitarbeiter in der Servicestelle in der Mariannengasse erklärten mir nach längerem Telefonieren mit Frau Mxxxx, ich solle im Juni wieder ins Sozialamt gehen, das Sozialamt sei für meinen Amt zuständig. Die Mitarbeiter in der Mariannengasse waren über das Spiel dieser Beamtin erstaunt und schockert. Ich habe mich von einem Anwalt beraten lassen.

Bei meinem heutigen Termin hat sich Frau Mxxxx auf Unfreundlichkeiten beschränkt: keine Antwort auf ein “Grüss Gott”, kein Blickkontakt, schroffe und herablassende Anrede, lange Pause “zwischendurch” mit Kollegen, ca. 20 Minuten Telefonat während ich an ihrem Tisch warten musste bevor Sie sich dazu bewegte, meinen Akt zu bearbeiten. Frau Mxxxx hat mich weggeschickt mit der Empfehlung, ich solle mich in ihrem Büro nicht wieder blicken lassen. Sie hat mich dazu aufgefordert wegzugehen mit Handbewegungen wie man sie benutzt, um einen Hund wegzuscheuchen. Ich musste wegen dieser beleidigenden und demütigenden Behandlung weinen.

Bei meinem letzten Termin im Sozialamt, am 22. März, hat mich die gleiche Beamtin, Frau Mxxxx, ebenfalls des illegalen Aufenthaltes in Österreich beschuldigt. Sie versuchte damals auf sehr unfreundliche Art mich davon zu überzeugen, dass ich illegal im Lande sei. Wegen ihrer herablassenden und unfreundlichen Art fürchtete ich, sie würde mich von der Polizei verhaften lassen. Ich musste vor Furcht und Demütigung weinen. Nur eine andere Beamtin im Sozialamt hat die Situation damals entschärft, in dem sie ihr meinen legalen Status erklärte. Ich führe die Probleme im Sozialamt auf die Person der Frau Mxxxx zurück, da ihr Vorgänger und andere Mitarbeiterinnen des Sozialamts immer sehr hÖflich und korrekt zu mir waren.

Ich habe in meinem Land seit meinem 19. Lebensjahr gearbeitet, ich war Teils für den Unterhalt meiner Familie verantwortlich, und ich war dort eine erfolgreiche und anerkannte Journalistin. Es ist für mich besonders demütigend, von den Zuwendungen der Regierung abhängig zu sein. In Österreich kann ich nicht arbeiten weil mein Deutsch nicht gut genug ist (dieser Brief wurde von Bekannten übersetzt).

Es ist für mich schwer verständlich, dass, in dem Land das mir Zuflucht vor Verfolgung gewährt hat, ich weiterhin unnÖtigen Demütigungen durch Regierungsbeamte ausgesetzt bin. Ich bitte Sie zum Abschied noch ein Mal hÖflich, dass Sie im Sozialamt in der Spetterbrückengasse intervenieren, um diesen Missstand einem Ende zuführen. Des weiteren bitte ich hÖflich um einen Ersatztermin im Sozialamt.

Mit vorzuglicher Hochachtung,

Kawther,
Wien, am 25.05.2004

CC: MA12 / Sozialamt Spetterbrückengasse, via Email - post-z16@m12.magwien.gv.at
      Homepage - http://s023.dyndns.org/kawther

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